1. Was in vielen Druckkammern falsch läuft: Das Problem der Dead Chambers
Ein Grossteil der am Markt verfügbaren Druckkammern arbeitet nach einem veralteten Prinzip:
➜ Sobald der Druck erreicht ist, wird die Ventilation abgeschaltet.
Diese sogenannten Dead Chambers wirken auf den ersten Blick kosteneffizient – erzeugen jedoch mehrere sicherheitsrelevante Risiken, die in modernen HBOT-Standards eigentlich nicht mehr akzeptabel sind.
1.1 CO2-Anstieg durch Fehlenden Luftaustausch
Jeder Mensch produziert ca. 200 ml CO₂ pro Minute.
Ohne kontinuierliche und genügende Frischluftzufuhr steigt der CO₂-Wert in der Druckkammer unbemerkt an. Gemäss dem Europäischen Verhaltenskodex für HBOT, darf der CO2-Gehalt jedoch 0.5 % (5'000 ppm) nicht übersteigen.
Unmittelbare Folgen von zu hohem CO2-Gehalt in der Atemluft sind:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schweregefühl
- Benommenheit
- Leistungseinbruch
CO₂ ist geruchlos, daher sind körperliche Reaktionen erst spät zu erkennen. Dann, wenn die eigene Reaktionsfähigkeit bereits eingeschränkt ist.
1.2 Gefährliche Sauerstoff-Hotspots über 23.5 %
Sauerstoff darf in geschlossenen Räumen - vor allem unter Druck - nicht über 23 bis 23,5 % steigen. Das ist der Grenzwert, ab dem eine Atmosphäre als sauerstoffangereichert und brandgefährlich eingestuft wird.
Ein kleines Leck aus einer Sauerstoffmaske genügt, um in schlecht belüfteten Kammern gefährliche O₂-Hotspots zu erzeugen.
1.3 Maskenzwang (BIBS) löst das Problem nicht
Aufgrund der reduzierten Belüftung zwingen Dead Chamber-Systeme Patienten, O₂ über BIBS-Masken zu atmen. Doch BIBS-Masken haben einen grossen Nachteil: mechanischen Totraum.
Eine BIBS-Maske hat einen mechanischen Totraum und Ventilverzögerungen, was den vollständigen Luftaustausch verhindert. Verzögert sich z.B. ein Ventil um 1.5 Sekunden, werden ~37% der eben ausgeatmeten Luft wieder eingeatmet. Eine optimale Luftzufuhr ist nicht mehr gegeben und der CO2-Spiegel im Körper kann seine Soll-Werte übersteigen. Kopfschmerzen und Schwindel können die Folge sein.
Wissenschaftlich belegt:
- ein Teil der ausgeatmeten Luft wird wieder eingeatmet (Rebreathing)
- Ventilverzögerungen erhöhen das Luftnotgefühl
- CO₂ steigt trotzdem
- der Komfort sinkt massiv
Kurz:
Masken beheben das Problem nicht - sie machen die Behandlung unangenehmer.